Schützenmesse Sonntag 2o14


 

 

Akzeptiert uns so, wie wir sind“

 

Brudermeister mit bewegender Rede

 

 

OBERENSE  In einer äußerst emotionalen Ansprache ist Oberenses Brudermeister Rainer Busemann im Gottesdienst der Johannes-Schützen am vergangenen Sonntag anlässlich des Schützenfestes in der Heilig-Geist-Kirche in Bilme sowohl auf den Besuch der Gäste aus dem französische Eleu als auch auf den Ausbruch des 1.Weltkriegs vor 100 Jahren eingegangen.Dabei fragte er zunächst, was Bilme mit der französischen Geschichte oder der Partnerschaftzu tun habe? „Ich bin der Meinung, viel mehr als wir vielleicht auf den ersten Blick erkennen“, so Rainer Busemann. So habe man Pfingsten das 100-jährige Bestehen „unserer schönen Dorfkirche gefeiert.“ Vor 100 Jahre aber habe auch Deutschland den Franzosen den Krieg erklärt, hätten die Kirchenglocken „unserer Heilig-Geist-Kirche zum ersten mal geläutet“ – und zwar um zu informieren, dass man sich im Krieg befinde. Über Jahrhunderte hätten sich Deutsche und Franzosen als Rivalen, Gegner, gar als Erzfeinde gegen übergestanden. Die beiden Weltkriege, besonders die Verbrechen der Nazi-Diktatur, seien furchtbare Tiefpunkte gewesen. Mache man sich diese historische Dimension bewusst, zeige sich der Mut von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, als sie am 22. Januar 1963 den Elysee-Vertrag unterzeichneten, in dem sich Deutschland und Frankreich zu Versöhnung, Jugend, Solidarität und Europa bekannten. Dieser Vertrag habe eine Nähe und eine Freundschaft geschaffen, wie man sie nur selten zwischen Völkern erlebe. All dies aber sei keine Selbstverständlichkeit. „Bei allem, was wir Erwachsenen tun und entscheiden: Wir müssen die Kinder und Jugendlichen mitnehmen“, so Rainer Busemann. Die Jugend sei der Schlüsselfür die Zukunft. Das gelte für Europa, die Kirche, Unternehmen, Familien, „ja auch für unsere SchützenbruderschaftSt. Johannes Oberense.“ Und mit Blick auf das aktuelle Geschehen bezeichnete Rainer Busemann es als einen besonderer Moment, dass der Bürgermeister aus Eleu, Bernard Pruneau, und Enses Bürgermeister Hubert Wegener einen deutsch-französchen Kranz niederlegten. „Wenn wir Oberenser Schützen auch vielleicht nur einen kleinen Beitrag für eine gute Beziehung zwischen unseren Ländern leisten können, so erfüll es uns aber mit ein wenig Stolz, dass wir dieses Ereignis nach 100 Jahren hier gemeinsam begehen können.Und zum Abschluss zitierte er die damaligen Bürgermeisterin Gisèle Hernue aus Eleu:

 

 ,„Bitte akzeptiert uns so, wie wir sind.

 

Und wir akzeptieren Euch so, wie ihr seid!“

Bild und Text: Soester-Anzeiger